Fünf Minuten vor dem Abendessen

Fünf Minuten vor dem Abendessen

Fünf Minuten vor dem Abendessen

In fünf Minuten gibt es Abendessen. Babeta bittet Vater: “Erzähl von dir und Mama und mir! Und wie es mit uns war!” Mit jeder Geschichte kann man in fünf Minuten fertig sein, wenn man nur weiß, was das Wichtigste ist. Und Vater erzählt von einer jungen Friseuse mit einem dicken Bauch, von der Freude über die kleine Babeta und von der Trauer, als sich herausstellt, dass sie nichts sieht. Aber das stimmt nicht. Babeta sieht alles, nur eben auf ihre Weise – ganz anders als andere Menschen…

Thienemanns Verlag, 1992, illustriert von Vaclav Pokorny
Klett, 1997, illustriert von Heinz Schindele
Ravensburger, 2000, illustriert von Silke Voigt

Das Buch wurde mit dem Österreichischen Kinderbuchpreis, mit dem Preis der deutschen Ärztinnen, dem Preis des Landes Nordrhein-Westfalen und dem tschechischen literarischen Preis Goldenes Band preisgekrönt und in viele Sprachen übersetzt.

“Sehen Sie gut?”, fragte Mutter. Der alte Herr antwortete, dass er zwar schon achtzig wäre, aber dass er gottlob immer noch wunderbar sähe. “Dann sehen Sie mal”, sagte Mutter und zeigte auf ihren Bauch. Der alte Herr lächelte. “Sie bekommen ein Kindlein”, sagte er heiter. “Kinder sind doch Freude!” “Ja, Kinder sind Freude”, stimmte Mutter ihm zu. “Aber mein Kind wird keinen Vater haben. Denn der Vater ist nach Brasilien gefahren, und jetzt schreibt er mir, dass er nicht mehr kommen wird.” “Gibt es vielleicht nur einen Vater auf der Welt?”, wunderte sich der alte Herr und rasierte sich die andere Hälfte des Bartes, weil er sah, dass Mutter an dem Tag zu keiner Arbeit mehr tauglich war. “Das war Herr Matlach”, bemerkt Babeta. “Ich kenne ihn. Er geht immer mit seinem Hund in den Park Pipi machen.” “Was?”, staunt der Vater. “Herr Matlach macht Pipi im Park?” “Der Hund”, erklärt Babeta, “macht Pipi im Park. Herr Matlach sitzt auf der Bank und liest seine Zeitung. Also erzähl weiter!”

ein Ausschnitt aus dem Buch

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